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Tierschutzbündnis schreibt Kaninchenkäfig-Hersteller an

website-tchibo2Das Tierschutzbündnis „Kaninchenmast, nein danke“ wendet sich nun in einem offenen Brief direkt an den Hersteller des Kaninchenkäfigs „Paradiso“, der zuerst von Tchibo beworben worden war. Die Verkaufsankündigung hatte großen Protest seitens der Tierschützer hervorgerufen, worauf der Handelskonzern den Verkauf zur Klärung der Sachlage einstweilig einstellte. Das Tierschutzbündnis fordert nun vom Hersteller, den Käfig in seinen Abmessungen deutlich den artgemäßen Bedürfnissen von Kaninchen anzupassen bzw. den Käfig/Stall in seiner derzeitigen Form nicht mehr zu vertreiben. „In seiner jetzigen Form kommt der Käfig den Drahtboxen in der Kaninchen-Intensivmast sehr nahe, gegen die unser Bündnis kämpft“, so Ingo Schulz, Sprecher des Bündnisses. „Wir fordern den Hersteller auf, sein Produkt den natürlichen Bedürfnissen von Kaninchen anzupassen und den Käfig bzw. Stall in seinen derzeitigen Abmessungen nicht mehr zu vertreiben. Wir haben Vertriebspartner des Käfigs ebenfalls zum Stopp des Verkaufs aufgerufen. Wir empfehlen Verbrauchern, dieses Produkt nicht zu kaufen“, so Schulz weiter, denn „dem sorglosen Heimtierhalter ist vielleicht gar nicht bewusst, was er seinem Tier mit diesem Käfig antut.“

Hier finden Sie die Briefe:

TRIXIE Heimtierbedarf GmbH & Co KG
Industriestraße 32
D-24963 Tarp
Trixie Freilaufgehege Paradiso
14.10.2009

Sehr geehrte Damen und Herren,

als Hersteller des Freilaufgeheges „Paradiso“ haben Sie möglicherweise die Medienreaktionen auf das genannte Produkt verfolgt. In einer Verkaufsinformation der Firma Tchibo wurde vergangenen Monat der Kaninchenstall beworben. Das Tierschutzbündnis „Kaninchenmast, nein danke“ reagierte entsetzt und mit Protest, nachdem wir feststellen mussten, dass die Abmessungen des Käfigs für die Heimtierhaltung denjenigen der Käfige von Mastkaninchen zur Fleischgewinnung sehr nahe kommen. Damit wird dem in aller Regel unbedarften Käufer und Heimtierbesitzer der Kauf einer nicht artgemäßen Unterbringung für sein Tier nahegelegt. Tchibo reagierte sofort und stoppte den Verkauf für eine Klärung der Tatsachen, da das Unternehmen mit tierquälerischen Produkten nicht in Verbindung gebracht werden wollte.
Auch der Internet-Handelskonzern amazon.de hat den Verkauf des Käfigs offenbar gestoppt.
Dieses Vorgehen begrüßen wir zutiefst. Wir wenden uns heute mit dem Hinweis an Sie als Hersteller, dass Sie möglicherweise unwissentlich den Standard in der industriellen Massentierhaltung von Kaninchen auch im Heimtierbereich unterstützen. Der „Tchibo-Käfig“ bietet so viel Platz, wie in der Massentierhaltung ein Zuchtkaninchen mit seinen Jungen hat. Daher erinnert der Stall stark an die industrielle Kaninchenmast, gegen die unser Bündnis kämpft.
Wir möchten darauf hinweisen, dass auch in der Heimtierhaltung eine genaue Information über die Bedürfnisse eines Tieres nötig ist, um eine artgerechte Unterbringung zu ermöglichen. Viele Heimtierhalter machen genau den gleichen Fehler wie Verbraucher im Supermarkt – sie nehmen einfach das, was ihnen angeboten wird, ohne zu hinterfragen, wie etwa ein scheinbar besonders günstiger Preis zustande kommen kann. Das gleiche Phänomen gibt es auch bei Haustierhaltern, die sich, ohne zu überlegen, ein Heimtier anschaffen, etwa auf eine Anzeige in der Zeitung hin, und dann mit den Bedürfnissen des Tieres vollkommen überfordert sind. So jemand weiß oft auch einfach nicht, was sein Tier braucht – und greift dann zum Beispiel zu einem solchen Käfig, der mit 50 – 60 € auch nicht teuer ist. Das Tierschutzbündnis rät allen Kaninchenbesitzern vom Kauf eines solchen Käfigs ab.
Wir hoffen daher, dass der Käfig an die artgemäßen Anforderungen von Kaninchen angepasst wird.
Wir möchten Sie eingehend bitten, den Verkauf solcher Produkte nicht zu unterstützen und den Kaninchenstall „Paradiso“ in seinen jetzigen Maßen aus Ihrem Sortiment zu entfernen. Der Name des Käfigs allein ist eine Verhöhnung der natürlichen Bedürfnisse von Kaninchen. 
Das Tierschutzbündnis „Kaninchenmast, nein danke“ ist ein bundesweiter Zusammenschluss von über 60 Vereinen und Verbänden, die sich dem Kampf gegen die traditionelle Intensivhaltung von Mastkaninchen in Käfigen verschrieben haben. Weit mehr als 37.000 Menschen haben dem Bündnis mit ihrer Unterschrift ihre Unterstützung zugesagt. Diese Zahlen zeigen, dass die Missachtung des Lebens in der Kaninchenmast immer noch einen ihrer traurigen Höhepunkte hat.
„Kaninchenmast, nein danke“ kämpft für die Abschaffung der Käfighaltung und die Einführung einer verbindlichen Freilandhaltung für alle Mastkaninchen.
Wir hoffen auf Ihre Mitarbeit und erbitten eine Antwort/Stellungnahme bis zum 30.10.09.

Bitte zögern Sie nicht, sich bei Rückfragen an uns zu wenden. Mehr Informationen zu unserem Bündnis finden sie unter www.kaninchenmast.info.

Mit freundlichen Grüßen

 

Ingo Schulz
Deutsches Tierschutzbüro

Folgender Brief ging an die Händler:

14.10.09

Trixie Freilaufgehege Paradiso
Sehr geehrte Damen und Herren,

als Vertriebshändler des Freilaufgeheges „Paradiso“ der Firma Trixie haben Sie möglicherweise die Medienreaktionen auf das genannte Produkt verfolgt. In einer Verkaufsinformation der Firma Tchibo wurde vergangenen Monat der Kaninchenstall beworben. Das Tierschutzbündnis „Kaninchenmast, nein danke“ reagierte entsetzt und mit Protest, nachdem wir feststellen mussten, dass die Abmessungen des Käfigs für die Heimtierhaltung denjenigen der Käfige von Mastkaninchen/Zuchtkaninchen zur Fleischgewinnung sehr nahe kommen. Damit wird dem in aller Regel unbedarften Käufer und Heimtierbesitzer der Kauf einer nicht artgemäßen Unterbringung für sein Tier nahegelegt. Tchibo reagierte sofort und stoppte den Verkauf für eine Klärung der Tatsachen, da das Unternehmen mit tierquälerischen Produkten nicht in Verbindung gebracht werden wollte.
Auch der Internet-Handelskonzern amazon.de hat den Verkauf des Käfigs offenbar gestoppt. Dieses Vorgehen begrüßen wir zutiefst. Wir wenden uns heute mit dem Hinweis an Sie als Verkäufer, dass Sie möglicherweise unwissentlich den Standard in der industriellen Massentierhaltung von Kaninchen auch im Heimtierbereich unterstützen. Der „Tchibo-Käfig“ bietet so viel Platz, wie in der Massentierhaltung ein Zuchtkaninchen mit seinen Jungen hat. Daher erinnert der Stall stark an die industrielle Kaninchenmast, gegen die unser Bündnis kämpft.
Wir möchten darauf hinweisen, dass auch in der Heimtierhaltung eine genaue Information über die Bedürfnisse eines Tieres nötig ist, um eine artgerechte Unterbringung zu ermöglichen. Viele Heimtierhalter machen genau den gleichen Fehler wie Verbraucher im Supermarkt – sie nehmen einfach das, was ihnen angeboten wird, ohne zu hinterfragen, wie etwa ein scheinbar besonders günstiger Preis zustande kommen kann. 
Das gleiche Phänomen gibt es auch bei Haustierhaltern, die sich, ohne zu überlegen, ein Heimtier anschaffen, etwa auf eine Anzeige in der Zeitung hin, und dann mit den Bedürfnissen des Tieres vollkommen überfordert sind. So jemand weiß oft auch einfach nicht, was sein Tier braucht – und greift dann zum Beispiel zu einem solchen Käfig, der mit 50 – 60 € auch nicht teuer ist. Das Tierschutzbündnis rät allen Kaninchenbesitzern vom Kauf eines solchen Käfigs ab. Wir hoffen, dass der Hersteller das Produkt noch deutlich verbessert.
Wir möchten Sie eingehend bitten, den Verkauf solcher Produkte nicht zu unterstützen und den Kaninchenstall „Paradiso“ aus Ihrem Sortiment zu entfernen. Der Name des Käfigs allein ist eine Verhöhnung der natürlichen Bedürfnisse von Kaninchen.
Das Tierschutzbündnis „Kaninchenmast, nein danke“ ist ein bundesweiter Zusammenschluss von über 60 Vereinen und Verbänden, die sich dem Kampf gegen die traditionelle Intensivhaltung von Mastkaninchen in Käfigen verschrieben haben. Weit mehr als 37.000 Menschen haben dem Bündnis mit ihrer Unterschrift ihre Unterstützung zugesagt. Diese Zahlen zeigen, dass die Missachtung des Lebens in der Kaninchenmast immer noch einen ihrer traurigen Höhepunkte hat.
„Kaninchenmast, nein danke“ kämpft für die Abschaffung der Käfighaltung und die Einführung einer verbindlichen Freilandhaltung für alle Mastkaninchen.
Wir hoffen auf Ihre Mitarbeit und erbitten eine Antwort/Stellungnahme bis zum 30.10.09.
Bitte zögern Sie nicht, sich bei Rückfragen an uns zu wenden. Mehr Informationen zu unserem Bündnis finden sie unter www.kaninchenmast.info.

Mit freundlichen Grüßen

 

Ingo Schulz
Deutsches Tierschutzbüro

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