Tchibo bietet „Kaninchen-Maststall“ an
Das Unternehmen Tchibo bietet derzeit einen Kaninchenstall an, der eine Freifläche sowie einen Unterschlupf für das Tier kombinieren soll. Das Tierschutzbündnis „Kaninchenmast, nein danke“ reagiert entsetzt auf die viel zu knappen Abmessungen des Stalles. „Der „Tchibo-Käfig“ bietet so viel Platz, wie in der Massentierhaltung ein Zuchtkaninchen mit ihren Jungen hat. Daher erinnert der Stall stark an die industrielle Kaninchenmast, gegen die unser Bündnis kämpft. Wir haben es dabei meist mit der Lobby zu tun, mit dem Verkauf solcher Mini-Käfige reiht sich Tchibo jedoch nahtlos in die Reihe der Züchter ein, deren Handeln wir als zu verachtende Tierquälerei verurteilen“, erklärt Ingo Schulz, Sprecher des Bündnisses. „Kaninchenmast, nein danke“ und fordert Tchibo auf, den Käfig umgehend aus dem Sortiment zu entfernen, oder alternativ die Abmessungen entscheidend zu vergrößern. Das Bündnis weist darauf hin, dass auch in der Heimtierhaltung eine genaue Information über die Bedürfnisse eines Tieres nötig ist, um eine artgerechte Unterbringung zu ermöglichen. Viele Heimtierhalter machen genau den gleichen Fehler wie Verbraucher im Supermarkt – sie nehmen einfach das, was ihnen angeboten wird, ohne zu hinterfragen, wie etwa ein scheinbar besonders günstiger Preis zustande kommen kann. Das gleiche Phänomen gibt es auch bei Haustierhaltern, die sich, ohne zu überlegen, ein Heimtier anschaffen, etwa auf eine Anzeige in der Zeitung hin, und dann mit den Bedürfnissen des Tieres vollkommen überfordert sind. So jemand weiß oft auch einfach nicht, was sein Tier braucht – und greift dann zum Beispiel zu einem solchen Käfig, der mit knapp 30 € auch nicht teuer ist. Das Tierschutzbündnis rät allen Kaninchenbesitzern vom Kauf eines solchen Käfigs ab. „Wir hoffen, dass der Hersteller das Produkt noch deutlich verbessert“, mahnt Ingo Schulz weiter.
Das Tierschutzbündnis „Kaninchenmast, nein danke“ ist ein bundesweiter Zusammenschluss von über 60 Vereinen und Verbänden, die sich dem Kampf gegen die traditionelle Intensivhaltung von Mastkaninchen in Käfigen verschrieben haben. Weit mehr als 30.000 Menschen haben dem Bündnis mit ihrer Unterschrift ihre Unterstützung zugesagt. Diese Zahlen zeigen, dass die Missachtung des Lebens in der Kaninchenmast immer noch einen ihrer traurigen Höhepunkte hat. Ähnlich wie Hennen in Legebatterien fristen sie ein trauriges, kurzes Leben auf Drahtgitterböden in engen Käfigen, ohne auch nur annähernd ihrer natürlichen Lebensweise nachgehen zu können. Genau wie Legehennen werden für die Kaninchenmast spezielle Hochleistungshybriden gezüchtet, deren Leben nur noch dem Zweck dient, in möglichst kurzer Zeit möglichst viel Leistung zu erbringen. Dass die Tiere keinerlei Bewegungsspielraum haben, wird diesem Ziel untergeordnet. Die dünnen, ungepolsterten Drahtgitter schneiden in die empfindlichen Pfoten der Tiere ein; die von den Kotbergen unter den Käfigen ausdünstenden Ammoniakgase verätzen ihre Schleimhäute und Augen. Doch für die Mäster zählt einzig und allein das Fleisch der Tiere, dem man die Qualen nicht ansieht.
„Kaninchenmast, nein danke“ kämpft für die Abschaffung der Käfighaltung und die Einführung einer verbindlichen Freilandhaltung für alle Mastkaninchen.
Siehe Sie hier unsere Fotodokumentation zum Thema Kaninchenmast.
Einen Link zur Tchibo-Website finden Sie hier

