Mangelnde Standards

Gerade in den ostdeutschen Bundesländern gibt es viele Kaninchenmastbetriebe. Auch bei Funktionären der Lobbyvereinigung „Deutscher Kaninchenfleisch‑ und Wollerzeuger“ werden Kaninchen in Masse gehalten. Auf der Website des Betriebes ist von einem Familienbetrieb sowie vom kundenfreundlichen Direktvertrieb mit Herkunftsgarantie zu lesen.

kaninchenmast_stallungen_02.jpg Ein Blick hinter die Kulissen und jeder Bissen könnte einem im Halse stecken bleiben. Sich aufrichten und Männchen machen ist für diese Tiere unmöglich. Tausende von Kaninchen hocken hier und warten auf den Tod.

Üblicherweise wird die ZIKA-Rasse verwendet.Dabei handelt es sich um ein überzüchtetes Hybrid-Kaninchen, welches möglichst schnell möglichst viel Fleisch ansetzt.

kaninchenmast_stallungen_12.jpg Künstliche Lichtquellen sorgen für einen verlängerten Tagesablauf, dadurch fressen die Tiere mehr von dem Kraftfutter, werden immer dicker, setzen immer mehr Fleisch an, je mehr, desto besser. Zeit ist Geld, das gilt auch im Kaninchenmast-Geschäft. Doch die Mäster rüsten auf, so wurde 2007 eigens die GGE‑ Qualitätsgemeinschaft Kaninchen mit tatkräftiger Unterstützung des Handels in Bonn gegründet.

kaninchenmast_stallungen_09.jpg Nun versucht man, eher minderwertige Standards als tierschutzkonform zu präsentieren. Dabei lässt sich durch einen einfachen Blick in den vielumworbenen Kriterien-Katalog feststellen, dass wachsende Kaninchen je nach Gewicht mindestens eine Fläche zwischen 600 und 700 cm² zur Verfügung haben, das entspricht in etwa dem Platzangebot auf einem DIN-A-4-Blatt, das einfache Umdrehen wird da schon zur Herausforderung.

Unter deutschen Konsumenten gilt das Kaninchenfleisch als besonders fett‑ und cholesterinarm. So hat sich der Verzehr von 1995 auf 2008 regelrecht verdoppelt, mehr als 30 Millionen Kaninchen werden jedes Jahr in Deutschland verspeist, Tendenz stark steigend.

Um den Bedarf überhaupt decken zu können, wird viel nach Deutschland importiert, so z.B. aus Frankreich. Wie die Tiere dort gehalten werden, zeigen Videoaufnahmen des Vereins KAGfreiland. Doch auch bei unseren europäischen Nachbarn werden die Kaninchen weder in einer Freilandhaltung noch artgerecht gehalten. Masse statt Klasse.

Damit die Tiere diese Tortur überhaupt überstehen, werden ihnen meist schon von Geburt an Medikamente verabreicht. Ein Mix aus Antibiotika und Beruhigungsmitteln ist dabei üblich. Dass sich dabei Rückstände im Fleisch bilden können, welche der Verbraucher unter Umständen mitverzehrt, kümmert die Mäster nicht. Der Kot türmt sich unter den Käfigen, Verletzungen werden eiskalt in Kauf genommen.

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