Dissertation zum Thema Kaninchenmast
Mit dem sensiblen Thema der Kaninchenmast in der Intensivhaltung beschäftigt sich jetzt eine aktuelle Dissertation an der Tierärztlichen Hochschule Hannover.
Neben der Auswertung aktueller Grundlagen und Richtlinien in der Literatur wurde auch eine Erhebung unter kommerziellen Kaninchenmästern durchgeführt, mit der Dissertation soll nun erstmals ein umfassender Überblick über die Intensivhaltung von Kaninchen aus wissenschaftlicher, rechtlicher und praktischer Sicht gegeben werden. Zentrale Ergebnisse der Arbeit sind der große Stellenwert der Intensivmast in der Kaninchenhaltung, welcher noch ergänzt wird von verstärkten Bemühungen, die Fortpflanzung der Tiere künstlich zu steuern. Weiterhin bemerkenswert ist die durch zielgerichtete Züchtung erreichte hohe Leistung der Tiere auch unter nicht tierartgerechten Haltungsbedingungen. Auch tierschutzrelevante Punkte werden im Zusammenhang mit einer anonymen Umfrage unter 21 Betrieben diskutiert, hierbei sind vor allem die typischen Verhaltensstörungen und Technopathien der Tiere sowie der künstliche Eingriff in die Fortpflanzung hervorzuheben. Die Arbeit deckt einen durch wissenschaftlich fundierte Literatur relativ schlecht abgedeckten Forschungsbereich auf; ein großes Problem ist außerdem die nicht einheitliche rechtliche Situation in den Bundesländern.
Das Ziel der Arbeit ist es, Anstöße zur Optimierung der Produktion von Kaninchenfleisch zu geben und Abläufe zu vereinheitlichen. Damit ist sie eine Auseinandersetzung mit vorgegebenem Ziel, welches aus Sicht des Tierschutzbündnisses nicht zu begrüßen ist oder um es auf den Punkt zu bringen: Statt sich mit der Optimierung der Kaninchenhaltung zu beschäftigen sollte man lieber nach tierfreundlichen Alternativen suchen – nur die Freilandhaltung ist artgerecht.
Die Dissertation finden Sie hier:
http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/tetensm_ss07.pdf
