Tierschutzbündnis entsetzt über deutsche Politiker
Am 13.05.2009 stimmte der Agrarausschuss im Bundestag in der Mehrheit durch Mitglieder der Großen Koalition gegen die Verhandlung über einen Antrag von Bündnis 90/Die Grünen, der eine deutliche Verbesserung der Haltungsbedingungen in der Kaninchenmast fordert. Auch die ebenfalls geforderte Verbesserung der Bedingungen für Zirkustiere sowie ein Verbot von Delfinarien und ein Importverbot für Delfine wurden von Mitgliedern der Fraktionen von CDU/CSU und SPD abgelehnt. Unterstützt wurden die Anträge der Grünen nur von der Linken. Im Vorfeld der Tagung des Agrarausschusses waren alle Mitglieder durch ein Schreiben, dem auch eine aktuelle Videodokumentation beilag, über die Zustände in der modernen Kaninchenmast informiert worden, um auf die Dringlichkeit des Themas aufmerksam zu machen. Die Antragsteller wurden auf die kommende Legislaturperiode vertröstet.
Tierschutzbündnisses „Kaninchenmast, nein danke“, welches auf die verheerenden Zustände in der industriellen Kaninchenmast aufmerksam machen und deren Gräuel so schnell wie möglich beenden möchte. Das Bündnis zählt bundesweit bereits mehr als 60 Mitglieder, darunter zahlreiche namhafte Vereine und Verbände – ein deutliches Zeichen für akuten Handlungsbedarf auf gesetzgeberischer Ebene.
„Wir zeigen Ihnen einen Blick hinter die Kulissen der brutalen Wirklichkeit der Kaninchenproduktion in der industriellen Massentierhaltung und decken auf, wie Handelskonzerne und Lobbyisten Tierquälerei hinter einer glänzenden Fassade zu verbergen versuchen“, so Ingo Schulz, Sprecher des Bündnisses.
Die Industrialisierung hat vor der Kaninchenhaltung nicht Halt gemacht: Auf Drahtgitter gehaltene Tiere sorgen für weniger Personaleinsatz, das Futterband läuft automatisch. Die Tiere plagen unbehandelte Entzündungen und Durchfall aufgrund des Mastfutters, blutige Fehlgeburten sind die Regel. Der Einsatz von Medikamenten steht auf der Tagesordnung. Doch all das interessiert den Mäster vermutlich kaum, interne Papiere belegen: Eine Verlustrate im zweistelligen Prozentbereich ist vollkommen normal. Ein Tier mehr oder weniger, was macht das schon. Besonders grausam: Die empfindlichen Pfoten schneiden sich in das Gitter, schmerzhafte Verletzungen sind somit programmiert.
Künstliche Lichtquellen sorgen für einen verlängerten Tagesablauf, dadurch fressen die Tiere mehr von dem Kraftfutter, werden immer dicker, setzen immer mehr Fleisch an, je mehr, desto besser. Zeit ist Geld, das gilt auch im Kaninchenmast-Geschäft.
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